Fachbegriffe-Lexikon
Was ist eigentlich …?
Rund um die Themen Ernährung, Diabetes und Süßstoff finden sich viele Fachbegriffe und Fremdworte, die nicht für jedermann sofort verständlich sind. Daher haben wir Ihnen hier ein kleines Fachbegriffe-Lexikon zusammengestellt, in dem die wichtigsten Begriffe erklärt werden.
Um mehr zu einem Thema zu erfahren, klicken Sie einfach auf den jeweiligen Begriff.
A
Acesulfam-K
Der 1967 entdeckte Süßstoff Acesulfam-K ist etwa 200-mal süßer als Zucker und wird vorwiegend in Kombination mit anderen Süßstoffen eingesetzt. Da der Süßstoff Acesulfam nicht vom menschlichen Organismus umgesetzt wird, ist er kalorienfrei. Zudem ist Acesulfam sehr stabil und hitzebeständig.
Adipositas
Adipositas bedeutet so viel wie „Fettleibigkeit" und meint die Vermehrung des Fettgewebes am ganzen Körper. Ursache von Adipositas ist zumeist eine übermäßige Nahrungsaufnahme oder eine Stoffwechselerkrankung. Bei einem BMI-Wert von über 30 spricht man von Adipositas.
Apfeltyp
Ebenso wie der Begriff Birnentyp leitet sich Apfeltyp von der Silhouette des Körpers ab. Sprich: Während Birnentypen hauptsächlich Beine und Po als Fettspeicher nutzen, neigen Apfeltypen zur Fettspeicherung am Bauch. Bauchfettzellen sind sehr stoffwechselaktiv und können daher Fett schneller speichern, aber auch Fettsäuren schneller wieder abgeben. Während man bei Frauen bereits bei einem WHR der größer als 0,85 ist von einem Apfeltyp spricht, liegt bei Männern die Grenze bei einem WHR von 1.
Aspartam
Der bereits 1965 entdeckte Süßstoff Aspartam ist etwa 200-mal süßer als Zucker. Zum Kochen und Backen ist Aspartam nur sehr bedingt geeignet, da dessen Hitzebeständigkeit relativ gering ist. Aspartam besteht aus den Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin, die vom Körper abgebaut werden. Die dabei frei werdende Menge an Energie, also Kalorien, ist aufgrund der geringen Einsatzmengen von Aspartam zu vernachlässigen. Bei der Verstoffwechselung von Aspartam entstehen außerdem geringfügige Mengen an Methanol (Alkohol), wie auch bei zahlreichen natürlichen Gärprozessen.
Phenylalanin kommt auch in vielen anderen natürlichen Lebensmitteln (Eier, Milch etc.) vor. Ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung leidet an der angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU), bei der der Körper Phenylalanin nicht abbauen kann. Die Betroffenen wissen, dass sie diese Aminosäure meiden müssen. Der Hinweis auf den Lebensmitteln: „enthält eine Phenylalaninquelle“ dient also lediglich als Hinweis zum Schutz der Erkrankten.
Aspartam-Acesulfam-Salz
Auch wenn Aspartam-Acesulfam-Salz den Begriff Salz in sich trägt - salzig ist es nun wirklich nicht. Es handelt sich dabei lediglich um eine salzartige Verbindung zweier Süßstoffe. Aspartam-Acesulfam-Salz besteht zu 64 % aus Aspartam und zu 35 % aus Acesulfam und ist ca. 350-mal süßer als Zucker. Während das Aspartam ganz normal im Körper verstoffwechselt wird, wird Acesulfam nicht verstoffwechselt, sondern über die Nieren ausgeschieden. Dank der hohen Süßkraft wird Aspartam-Acesulfam-Salz sehr gering dosiert und kann als nahezu kalorienfrei bezeichnet werden.
B
Birnentyp
Ebenso wie der Begriff Apfeltyp leitet sich Birnentyp von der Silhouette des Körpers ab. Sprich: Während Apfeltypen Fett hauptsächlich am Bauch speichern, neigen Birnentypen zur Fettspeicherung an den Beinen und am Po. Bei Frauen spricht man von einem Birnentyp, wenn der WHR kleiner als 0,85 ist, bei Männern ab einem WHR unter 1. Da die Fettzellen im Bein- und Pobereich wesentlich weniger stoffwechselaktiv sind als die Bauchfettzellen, gelten Fettpolster beim Birnentyp als weniger gesundheitlich bedenklich als die Fettpolster des Apfeltyps. Allerdings sind diese Fettdepots an Beinen und Po besonders hartnäckig.
Blutzuckerspiegel
Der Blutzuckerspiegel, auch Blutglukosespiegel genannt, gibt Auskunft über den Glukoseanteil im Blut. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel gilt als klarer Hinweis auf Diabetes mellitus. Als Normalwerte gelten Blutzuckerspiegel im Bereich von 70-99 mg/dl nüchtern bzw. maximal 160 mg/dl nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit.
Body-Mass-Index (BMI)
Das relative Körpergewicht bzw. Übergewicht wird am häufigsten anhand des „Body-Mass-Index" (BMI) ermittelt. Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.
BMI:
unter 18,5: untergewichtig
18,5-24,9: normalgewichtig
25-29,9: übergewichtig
über 30: adipös
Sie können Ihren BMI bei uns auch ausrechnen.
Bei der Berechnung des BMI gilt es jedoch, gewisse Besonderheiten zu beachten: Menschen mit einem hohen Anteil an Muskelmasse, wie beispielsweise Bodybuilder oder Schwerstarbeiter, haben aufgrund der Muskelmasse einen höheren BMI. Auch bei älteren Menschen ist der BMI eher ungenau, da mit steigendem Alter die Körpergröße ab- und der Körperfettanteil zunimmt.
Ungeeignet bzw. nur bedingt geeignet ist der BMI zudem bei der Beurteilung des Körpergewichtes von Schwangeren, Stillenden sowie von Personen unter 18 Jahre.
Broteinheit (BE)
Um den für insulinpflichtige Diabetiker wichtigen Kohlenhydratgehalt ihrer Kost zu kalkulieren bzw. zu berechnen, werden Broteinheiten (BE) oder auch Kohlenhydrateinheiten (KE) als Hilfsrechengröße verwendet. Eine BE entspricht der Menge von 10-12 g Kohlenhydraten. Mittels sogenannter BE- oder KE-Austauschtabellen lässt sich abschätzen, welche Menge verschiedener Lebensmittel wie viel Broteinheiten entspricht. Wegen der natürlichen Schwankungen der Kohlenhydratgehalte in unseren Lebensmitteln, handelt es sich dabei jedoch nur um einen Schätzwert. Daher kann BE nicht als Berechnungseinheit herangezogen werden, sodass Broteinheit und Austauschtabellen zunehmend an Bedeutung verlieren. Stattdessen steht die Beachtung der Prinzipien einer gesunden Ernährung heutzutage mehr im Vordergrund.
C
Cyclamat
Der vor etwa 70 Jahren entdecke Süßstoff Cyclamat ist „nur“ ca. 35-mal süßer als Zucker und damit der Süßstoff mit der geringsten Süßkraft. Bekannt ist er vor allem wegen seines ausgezeichneten Geschmacks, besonders in Verbindung mit Saccharin. Da Cyclamat im Organismus nicht verstoffwechselt, scheiden die meisten Menschen es unverändert wieder aus. Nur wenige Menschen haben Bakterien in der Darmflora, die das Cyclamat umwandeln – ein Prozess, der jedoch unter Gesundheitsaspekten ohne Bedeutung ist.
D
Diabetes mellitus
Bei Diabetes mellitus, im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bezeichnet, handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, die vor allem den Kohlenhydrat-Stoffwechsel beeinträchtigt. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich und führen zu einem Insulinmangel. Der Körper benötigt das Hormon Insulin jedoch, um das im Blut gelöste Zuckermolekül Glukose aufzunehmen. Das führt dazu, dass den Zellen unseres Organismus zu wenig Energie zugeführt wird und der im Blut verbleibende Zucker den Blutzuckerspiegel erhöht. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu möglichen Spätfolgen für Augen, Nieren, Herz und Kreislauf sowie andere Organe führen.
G
Glykämischer Index (GI)
Eine Einheit, mit der Lebensmittel hinsichtlich ihrer Eignung zur Diabetikerernährung eingeteilt werden können, ist der Glykämische Index (GI). Der GI gibt an, wie schnell und wie stark der Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr der Lebensmittel (im Verhältnis zum BZ-Anstieg nach dem Verzehr von Traubenzucker) erfolgt.
Lebensmittel, die einen hohen GI (70 bis 100) haben, lassen den Blutzuckerspiegel schnell und stark steigen. Hierzu gehören z. B. Kartoffelpüree, Minutenreis, Weißbrot, Cornflakes und Cola.
Lebensmittel mit mittlerem GI (55 bis 70) sind z. B. Graubrot, Müsliriegel, Salzkartoffeln und ungesüßte Obstsäfte. Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel nur langsam und flach ansteigen lassen (GI < 55), sollten bevorzugt werden. Zu dieser Gruppe zählen u. a. Milch, Vollkornbrot, Joghurt, Obst, Vollkornnudeln, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen) und Blattgemüse. Allerdings ist es wichtig, die Gesamtenergiemenge eines Lebensmittels im Blick zu haben, denn Lebensmittel mit niedrigem GI können teilweise einen hohen Fettgehalt aufweisen (z. B. Schokolade).
Glykämische Last
Der Glykämische Index alleine ist noch nicht sehr aussagekräftig, da er sich immer auf die Menge eines Nahrungsmittels bezieht, die 50 g Kohlenhydrate enthält. In Bezug auf Portionsgrößen sind 50 g Kohlenhydrate eine Menge, die man üblicherweise nicht verzehrt. Aus diesem Grund wurde zusätzlich der Begriff Glykämische Last (GL) eingeführt. Die Berechnung der GL erfolgt, indem der GI durch 100 dividiert und mit der Kohlenhydratmenge in 100 g multipliziert wird. Die GL bezieht sich immer auf die Portionsgröße. Eine GL, die unter 10 liegt, gilt als niedrig, Werte über 20 gelten als hoch.
K
Kalorien
Kalorien bezeichnen den Brennwert eines Lebensmittels, geben also Auskunft darüber, wie viel Energie der Körper aus einem Lebensmittel gewinnt. Zu den primären Kalorienlieferanten unserer Nahrung zählen Kohlenhydrate, Proteine und Fett, aber auch Alkohol enthält Kalorien.
Der Körper braucht ein bestimmtes Maß an Energie zum Leben und wandelt dementsprechend viele Kalorien in Energie um. Die überschüssig aufgenommenen Kalorien, die nicht in Energie umgewandelt und verbraucht werden, können als Fett gespeichert werden.
M
Metabolisches Syndrom
Die Bündelung mehrerer Risikofaktoren wird auch als metabolisches Syndrom oder „tödliches Quartett“ bezeichnet. Es liegt dann vor, wenn zum Übergewicht und der viszeralen Fettleibigkeit (einem Taillenumfang von > 80 cm bei Frauen und > 94 cm bei Männern) noch weitere Risikofaktoren dazukommen. Der Diabetes-Typ-2 tritt z. B. häufig mit Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen auf, die das Herz und die Gefäße zusätzlich schädigen und ein hohes kardiovaskuläres Risiko anzeigen. Jede dieser Erkrankungen für sich stellt schon ein Risiko für Gefäßerkrankungen dar. Wirken sie jedoch zusammen, verstärkt sich das Risiko für eine koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt oder Schlaganfall um ein Mehrfaches.
N
Neohesperidin DC (NHDC)
Der kalorienfreie Süßstoff Neohesperidin-Dihydrochalkon (NHDC) wird aus einem Flavonoid der Citrusfrüchte hergestellt und kann bis zu 1800-mal süßer sein als Zucker. Zumeist jedoch wird er in Konzentrationen eingesetzt, die 400- bis 600-fach süßer als Zucker sind. Da Neohesperidin DC die Eigenschaft hat, bittere Geschmacksnoten zu unterdrücken, wird er oftmals in Arzneimitteln, wie Tropfen und Sirups, eingesetzt. Als Einzelsüßstoff hat er einen leicht lakritzartigen Nachgeschmack, in Kombination mit anderen Süßstoffen jedoch zeigt er sehr gute Geschmackseigenschaften. In Deutschland ist Neohesperidin DC seit 1998 als Süßstoff zugelassen.
S
Saccharin
Saccharin ist etwa 400-mal süßer als Zucker und zählt sowohl zu den bekanntesten als auch zu den ältesten Süßstoffen – bereits seit über einem Jahrhundert wird er erfolgreich verwendet. Während Saccharin früher einen leicht bitteren Geschmack hatte, ist dies heutzutage dank verbesserter Herstellungsverfahren nicht mehr der Fall.
Saccharin wird zumeist als Süßstoffkombination mit Cyclamat eingesetzt, so auch bei natreen. Dank dieses Mischungsverhältnisses wird die Süßkraft von Saccharin verstärkt und bietet so eine optimale Süße. Ähnlich wie viele andere Süßstoffe wird Saccharin vom menschlichen Organismus nicht verwertet und liefert dementsprechend auch keine Kalorien, muss demnach also auch in der Energiebilanz nicht berücksichtigt werden.
Sucralose
Der Süßstoff Sucralose ist ca. 600-mal süßer als Zucker und seit 2004 in der EU zugelassen. Wie zahlreiche andere Süßstoffe wird er nicht vom Körper verstoffwechselt, sondern unverändert wieder ausgeschieden. Insbesondere in Kombination mit anderen Süßstoffen ergibt Sucralose eine sehr stabile Verbindung und ist daher in einer breiten Palette an Lebensmitteln und Getränken anwendbar. Ebenso wie Zucker kann Sucralose in Lösungen mit Wasser reagieren – jedoch nur über einen längeren Zeitraum bei sehr hohen Säuregraden und Temperaturen.
T
Taillenumfang
Neben der Fettmasse lässt auch die Fettverteilung auf bestimmte Krankheitsrisiken schließen. So gilt beispielsweise der Taillenumfang ab einem bestimmten Wert als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gemäß der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, gelten dabei folgende Kriterien:
Ein leicht erhöhtes Risiko besteht:
- bei Männern bei einem Taillenumfang über 94 cm,
- bei Frauen bei über 80 cm;
ein stark erhöhtes Risiko besteht:
- bei Männern bei einem Wert über 102 cm,
- bei Frauen bei über 88 cm.
Thaumatin
Thaumatin (Thauma = griech. Wunder) ist der am längsten bekannte Süßstoff. Bereits 1855 beschrieb der britische Afrikareisende Daniell den besonders süßen Geschmack der westafrikanischen Katemfefrucht (Thaumatococcus), die von den Einheimischen dort schon sehr lange zum Süßen ihrer Speisen verwendet wird. Thaumatin wird aus dem Samenmantel der Katemfefrucht gewonnen und ist ausgesprochen wertvoll – aus 1 Kilogramm Früchte lassen sich nur ca. 6 Gramm Thaumatin gewinnen.
Thaumatin ist ein natürliches Protein mit einem Energiewert von 4 Kilokalorien pro Gramm. Bedingt durch die hohe Süßkraft von Thaumatin, die ca. 2000- bis 3000-mal höher ist als die von Zucker, wird Thaumatin jedoch in so geringen Mengen eingesetzt, dass die durch den Stoff zugeführte Energie in der Kalorienberechnung vernachlässigt werden kann. Ähnlich wie auch Neohesperidin DC hat Thaumatin einen lakritzartigen Nachgeschmack, wenn es in hohen Dosen verwendet wird, in Kombination mit anderen Süßstoffen ergibt sich aber ein sehr guter Gesamtgeschmack. Neben der hohen Süßkraft verfügt Thaumatin auch über geschmacksabrundende Eigenschaften, die sich bereits in geringsten Konzentrationen positiv auswirken.
W
Waist to Hip Ratio (WHR)
Waist to Hip Ratio, kurz WHR, bezeichnet das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang. Dabei wird der Taillenumfang oberhalb des Bauchnabels gemessen und mit dem an der breitesten Stelle gemessenen Hüftumfang ins Verhältnis gesetzt. Bei Frauen liegt der Idealwert unter 0,85, bei Männern unter 1,0. Der WHR gibt auch Auskunft über die Fettverteilung im Körper (siehe dazu auch Apfeltyp und Birnentyp).
Falls Sie die von Ihnen gesuchte Begrifflichkeit hier nicht gefunden habe, schauen Sie doch einfach in unser Diabetes-ABC oder Ernährungs-ABC – sicher werden Sie dort fündig. Und falls nicht, schreiben Sie uns doch bitte eine kurze Nachricht.







