
Süßstoffe und Zahngesundheit
Zahnkaries bezeichnet die Zerstörung bzw. Demineralisierung von Zahnhartsubstanzen durch saure Stoffwechselprodukte, die entstehen, wenn Mundbakterien fermentierbare Kohlenhydrate der Nahrung (Zucker, Stärke) zu Säuren vergären. Die so entstehenden Säuren (Butter-, Propion-, Milch- und Essigsäure) greifen den Zahnschmelz an, und dies führt langfristig zu Karies. Obwohl Karies leicht verhindert werden kann, sind alle Altersgruppen davon betroffen - insbesondere jedoch Kinder.
Die Kariesentstehung wird von verschiedenen Faktoren bestimmt:
· von der Art und Menge der Kohlenhydrate sowie Häufigkeit und Verweildauer der Nahrungskohlenhydrate in der Mundhöhle
· von der Zusammensetzung und Menge der bakteriellen Zahnbeläge (Plaque)
· von protektiven Faktoren wie Speichel, Fluoridaufnahme und Zahnreinigung.
Um Zahnkaries zu vermeiden, bedarf es daher mehrerer kombinierter Maßnahmen:
3 Regeln, die zur Kariesvermeidung beitragen:
1. Richtige Ernährung
· abwechselungsreich essen · Zuckerkonsum reduzieren · bevorzugt Süßstoffe verwenden
2. Gewissenhafte Zahnpflege
· nach jedem Essen Zähneputzen · regelmäßige zahnärztliche Kontrollen
3. Zufuhr von Fluorid
· Zahnpasta · Fluoridtabletten · fluoridiertes Speisesalz verwenden · schwarzen Tee trinken
Auch die Frequenz der Nahrungsaufnahme steht in engem Zusammenhang mit der Kariesentstehung, da die Mundbakterien bei jeder Nahrungsaufnahme für kurze Zeit mit Nährstoffen versorgt werden. Die Menge der Kohlenhydrate ist dabei nicht der wichtigste Faktor. So spielen die Beschaffenheit der Nahrung, ihre Klebrigkeit, Kaubarkeit und Verweildauer im Mund eine weitaus wichtigere Rolle. Honig ist zum Beispiel aufgrund seiner klebrigen Konsistenz oder Bonbons aufgrund ihrer langen Verweildauer im Mund, sehr kariogen. Süßstoffe liefern keine fermentierbaren Kohlenhydrate, bieten somit keinen Nährboden für bakteriellen Zahnbelag. Außerdem kann der Einsatz von Süßstoffen in Zahnpasten, Mundwässern und Fluoridergänzungen die Verbraucherakzeptanz der Mundpflegeprodukte fördern, da diese Produkte durch Süßstoffe eine geschmackliche Verbesserung erhalten.
Informationen aus
· Kasper, H.: Zahngesundheit und Ernährung. In: Ernährungsmedizin und Diätetik; Urban & Schwarzenberg Verlag München (1996); 393-397
· ISA - Internationaler Süßstoff-Verband: Zahngesundheit (1995)
· Ziesenitz, S.C.; Siebert, G.: Süßungsmittel zur Kariesverhütung. Akt. Endokr. Stoffw. 11 (1990); 137-147
· Lathia, D.; Helmings, E.; Herpens, S.; Konstantinidou, C.: Die gesunde Ernährung im Kampf gegen Karies. Ernährung/Nutrition 15 (1991); 69-73





