
Ernährung
Die Ernährung ist in der Diabetes-Behandlung von zentraler Bedeutung. In 80-90% der Fälle (!) sind Überernährung und Übergewicht die Ursache des Typ-2-Diabetes, weshalb er häufig auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet wird. Übergewicht birgt nicht nur das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, sondern werden auch Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Arterienverkalkung in ihrer Entstehung begünstigt. Das gemeinsame Auftreten dieser Erkrankungen wird auch Metabolisches Syndrom genannt.
Oberstes Ziel der Typ-2-Diabetes-Behandlung ist daher die Reduktion des eventuell bestehenden Übergewichts. Schon durch eine Gewichtsreduktion von 5-10 kg können Blutzuckerwerte erheblich gesenkt und auch Blutfettwerte und Blutdruck positiv beeinflusst werden.
Mit Hilfe einer ausgewogenen und gesunden Mischkost ist eine solche Gewichtsreduktion bei fast allen übergewichtigen Menschen mit Diabetes möglich.
Ernährungsempfehlungen für Diabetiker:
1. Mehrere kleine Mahlzeiten
Gewährleistet einen kontinuierlichen Blutzuckerverlauf und Blutzuckerspitzen werden vermieden.
2. Abwechslungsreiche und vielseitige Kost
Je vielseitiger die Kost, umso mehr wichtige Nährstoffe werden aufgenommen. Die Nahrung für Diabetiker sollte sich nicht wesentlich von der unterscheiden, die für die ganze Familie empfehlenswert ist.
3. Reichlich frisches Obst, Salat und frisches Gemüse
Obst und Gemüse ist von Natur aus kalorien- und fettarm und versorgt den Körper mit wertvollen Vitaminen, Mineralstoffe, Ballaststoffen und gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen.
4. Vollkornprodukte bevorzugen
Vollkornbrot, Naturreis und Vollkornnudeln sind ebenfalls gute Vitamin-, Mineralstoff- und besonders auch Ballaststofflieferanten. Zusätzlich haben sie einen günstigen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und halten lange satt.
5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
Fleisch sollte nur 2-3 mal pro Woche in kleinen Mengen (100-150g) verzehrt werden. Dagegen sollte der Verzehr an Seefisch (Lachs, Hering, Makrele) erhöht werden, da dieser reichlich wertvolle w-3- Fettsäuren liefert und eine sehr gute Jodquelle darstellt. Eier sollten nur zweimal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen
6. Vorsicht vor versteckten Fetten
Süßwaren, Gebäck sowie zahlreiche Fleischprodukte und Käsesorten können sehr hohe Mengen an Fett enthalten. Es empfiehlt sich daher auf magere Wurstsorten (z.B. Geflügelwurst, magerer Schinken, Cornedbeef) umzusteigen. Auch durch die Verwendung fettarmer Milchprodukte können große Mengen an Fett eingespart werden. Naschen ist erlaubt, aber fettreiche Schokolade, Kuchen und Gebäck sollten nicht täglich gegessen werden.
7. Auf die Qualität der Fette achten
Bei der Speisezubereitung sollten vorwiegend pflanzliche Öle, wie z.B. Raps- oder Olivenöl, verwendet werden, da diese wertvolle ungesättigte Fettsäuren enthalten.
8. Zucker und Alkohol in Maßen
Auch Diabetiker müssen nicht völlig auf Zucker verzichten. Mengen von 30 bis maximal 50 g pro Tag sind akzeptabel. Eine ideale Alternative zum Zucker stellen die Süßstoffe dar. Sie sind kalorienfrei und deshalb für Übergewichtige besonders gut geeignet. Außerdem haben Süßstoffe keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.
Ein bis zwei Gläser Bier oder Wein sind in der Regel auch für den Diabetiker unproblematisch. Allerdings muss beachtetet werden, dass Alkohol zusätzliche Kalorien liefert sowie die Gefahr einer Unterzuckerung erhöht
9. Reichlich Trinken
Täglich sollten 2 Liter Flüssigkeit getrunken werden. Ideal sind Mineralwasser und Früchtetee, aber auch mit Süßstoffen gesüßte, kalorienarme Fruchtsaftgetränke und Limonaden können verwendet werden.





